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Der Radlführer für die VAE und Oman
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Dubai, Abu Dhabi, Sharjah, Al Ain, Muskat, Salalah - zugegeben, diese Städte wurden nicht primär für den Fahrradverkehr gebaut; und das ist noch vorsichtig formuliert.

Die aufstrebenden arabischen Staaten setzten in Ihrer Entwicklung fast gänzlich auf den motorisierten Individualverkehr, was sich besonders in den Ballungsräumen Dubai-Sharjah und Muskat mit zeit- und nervenraubenden kilometerlangen Staus auf den Strassen rächte.

Zumindest in Dubai hat sich die Situation aber Dank eines milliardenschweren Investitionsprogrammes in die Verkehrsinfrastruktur bereits stark verbessert und die Staus sind auf ein, für eine Stadt dieser Größe, normales Maß reduziert worden. Durch hunderte neuer moderner Busse mitsamt klimatisierter Haltestellen und der Eröffnung der Metro wird auch der ÖPNV immer besser, und auch der Bau eines landesweiten Eisenbahnnetzes ist in Planung.

 Das Fahrrad war den arabischen Bauherren, die sich noch 1960 ohne Asphaltstrassen vornehmlich mit Kamelen durch ihr Land bewegten, schlicht und einfach als Verkehrsmittel unbekannt und so plante man ohne es.

Aber auch hier setzt zumindest in Dubai und Abu Dhabi in letzter Zeit ein Umdenkprozeß ein. So baut im Zuge des Metrobaus auch in den "alten" Dubai Innenstadtvierteln von Deira und Bur Dubai eigene Fahrradspuren, wie man Sie auch schon seit längerem an der neugestalteten Jumeirah Beach Road sehen kann. Auch beiderseits des Creeks und auf dem Brücken darüber kann man nun schon wunderbar auf eigenen Radwegen sicher und teilweise sehr schön bepflanzt radfahren. Und so propagiert die Tourismusbehörde von Dubai auf Ihrer neuen Internetseite seit Herbst 2009 offiziell auch Radfahren als Art der Fortbewegung in Dubai.

Und auch in Abu Dhabi findet man schon seit einiger Zeit Fahrradsymbole an einigen Wegen im Bereich der Corniche.

Die Gastarbeiter vom indischen Subkontinent, die ja schliesslich bei weitem die Mehrzahl der Bevölkerung ausmachen, nutzten natürlich auch hier weiter Ihr gewohntes Fortbewegungsmittel.

So sieht man überall in den Orten Inder auf altertümlich anmutenden indischen Fahrrädern von den kleinen, "groceries" genannten, Supermärkten, wohlgemerkt ohne Aufpreis, die telefonischen Bestellungen zu Ihrer Kundschaft nach Hause transportieren.

Auch im alten Soukviertel von Dubai sowie in der grossen Werft, den Dubai Dry Docks, werden Fahrräder von den ausländischen Arbeitern als Fortbewegungs- und Transportmittel eingesetzt.

Dass es dennoch nicht mehr Fahrräder im Stadtbild gibt, liegt zum einen an den grossen Entfernungen zwischen Wohn- und Arbeitsort, dem feuchtheissen Sommerklima und natürlich den fehlenden sicheren Radrouten.

So gilt man heute immer noch als ein neugierig beäugter Exot, wenn man mit moderner Radausstattung einfach nur von A nach B fahren will, und wird eindringlich vor der Gefährlichkeit eines solchen Unterfangens gewarnt.

Und in der Tat haben diese Stimmen leider nicht ganz unrecht.

Die jahrelange alleinige Vorherrschaft des Autos im öffentlichen Verkehrsraum hat nicht nur baulich zu teils unüberwindbaren Hürden für alle die geführt, die nicht mit dem Auto unterwegs sind - namentlich Fussgänger und Radfahrer.

So steht man allenthalben an riesigen mehrspurigen Strassen, Kreisverkehren und Autobahnkreuzen, ohne einer Möglichkeit diese in einem Umkreis von mehreren Kilometern zu überqueren.

Aber nicht nur baulich, auch im Selbstverständnis der Autofahrer hat diese Zeit Spuren hinterlassen.

So gilt innerorts ein Tempolimit von sage und schreibe 80 km/h!.

Das bedeutet, dass selbst innerorts viel schneller gefahren wird, als Sie es gewohnt sein werden.

Geschwindigkeiten um die 100 km/h also eher die Regel und auf den leeren geraden Strassen in Al Ain und Abu Dhabi können es schon mal bis zu 160 km/h! sein.

Nicht umsonst haben die VAE mit die schlechtesten Unfallstatistiken der Welt.

Dazu kommt noch eine gewisse Überheblichkeit und Rücksichtslosigkeit der Autofahrer gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern.

Kurz gesagt, können Sie nicht damit rechnen, dass Irgendjemand für Sie als Radfahrer bremst, anhält oder Ihnen Vorfahrt gewährt.

Stellen Sie sich vielmehr besser darauf ein absolute Luft für die Autos zu sein, durch die man im Zweifel einfach hindurchfährt, was jede Woche asiatische Gastarbeiter auf schmerzlich tragische Weise in schlimmen Verkehrsunfällen erfahren müssen, wobei diese leider durch ihr leichtsinniges Verhalten mit dazu beitragen.

Nach dem Selbstverständnis der Bevökerung vor Ort sind Fahrräder in erster Linie etwas für Kinder, ein Spielzeug und einige haben vielleicht schon von deren Einsatz als Sportgerät gehört, dass von ein paar hypersportlichen Exoten am Wochenende auf der Promenade benutzt wird.

Gewiss hat das Fahrrad nicht den Status eines Alltagsgegenstandes und spielt im Bewusstsein der meisten Menschen keine Rolle.

Seien Sie sich also bitte jederzeit bewusst, dass man Sie auf dem Fahrrad nicht als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer wahrnimmt und schon gar nicht als einer mit eigenen Bedürfnissen und Rechten, wie Vorfahrt und Sicherheitsbabstand.

Und so möchte ich hier eindringlich davor warnen von den hier vorgestellten sicheren Routen abzuweichen und sich gar auf Hauptstrassen und in Kreisverkehre zu begeben, womit Sie sich in höchste Gefahr für Leib und Leben begeben.

An dieser Stelle mag sich der eine oder andere zu Recht fragen, warum es dann überhaupt ein Kapitel "Stadtradeln" gibt, wenn es doch so gefährlich sei und wo man denn dann fahren solle?

Und genau das macht gerade die Notwendigkeit eines solchen Kapitels aus.

Denn während draussen in der Wüste und in den Bergen v.a. aufgrund der Abgeschiedenheit und Einsamkeit Probleme auftreten können, sind es in der Stadt v.a. die Wahl der richtigen Route möglichst fernab vom Autoverkehr, die eine Beratung notwendig machen.

Und in der Tat, es gibt sie die sicheren ruhigen Fahrradwege und -routen, auf denen man dann auf ganz besonders einzigartige Weise die Städte kennenlernen kann.

Und so sicher, und wie immer mit dem Rad, in den Genuss völlig neuer Blickwinkel kommt.

Viel Spass also beim Lesen der folgenden Seiten des Kapitels "Stadtradeln" und dann auch vor Ort in den wirklich einzigartigen Städten dieser aufstrebenden Ölstaaten!

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